{"id":145,"date":"2013-08-26T12:39:31","date_gmt":"2013-08-26T10:39:31","guid":{"rendered":"https:\/\/metzkausen.de\/?page_id=145"},"modified":"2013-09-09T12:27:48","modified_gmt":"2013-09-09T10:27:48","slug":"historisches","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/metzkausen.de\/?page_id=145","title":{"rendered":"Historisches"},"content":{"rendered":"<p>M e t z k a u s e n, die Schlafstadt D\u00fcsseldorfs, mit ihren ruhigen Stra\u00dfen und sch\u00f6nen Neubauten, liegt in uraltem Bauernland. Ehe jedoch von den Anf\u00e4ngen berichtet wird, m\u00fcssen Grenze und Gr\u00f6\u00dfe der alten Honschaft mit dem heutigen Ortsteil des Amtes Hubbelrath verglichen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>I. Areal und Bebauung<\/strong><\/p>\n<p>Zwei alte Listen liegen zum Vergleich vor. Das eine ist das Lagerbuch des Amtes Mettmann von 1672, in dem alle H\u00f6fe der 10 Honschaften mit ihren Steuern und Naturalabgaben verzeichnet sind. Danach hat Metzkausen etwa 55 H\u00f6fe. Fast genau soviel hat es 1801, als der Honne f\u00fcr die Besteuerung unter Napoleon die Morgenzahl aller H\u00f6fe registrieren mu\u00df. Eine Grenz\u00e4nderung erfolgte erst 1928: Die G\u00fcter an der Hammerbachquelle kamen zu Mettmann und die Morp-h\u00f6fe s\u00fcdlich der B7 zu Metzkausen.<\/p>\n<p>Die alte Honschaft lag also innerhalb einer Linie, die man von dem \u00f6stlichsten Hof Vollmers \u00fcber die Metzges-h\u00f6fe, das Krumbachtal, zur Nieden, H\u00f6hne, St\u00fcbbenhaus, Gro\u00df-Born, St\u00f6cken nach dem Hammerbachtal ziehen kann. Der gro\u00dfe Grenzhof Gr. Born kam auch 1928 zu Mettmann. Innerhalb der gedachten Grenzlinie der Honschaft sind durch die Bebauung viele alte H\u00f6fe verschwunden. Wenn wir von Mettmann auf dem alten Kirchweg in die Honschaft wandern, kommen wir jetzt an die 4 Eichen. Dort lag der kleine Kotten \u201eEckersdahl&#8221;. Wir gehen weiter an den B\u00e4umen der -\u201eKl. Kirchendelle&#8221; vorbei und lassen \u201eHeimsang&#8221; rechts liegen.<\/p>\n<p>Von der Florastra\u00dfe biegen wir dann in den Ginsterweg ein und kommen an der Villa v. Kamp vorbei. Unterhalb derselben in dem rechten Winkel von Wollenhausweg und Fliederweg lag das \u201eK\u00fchlehen&#8221;. In dem noch bebauten Feld ist an Regentagen wirklich immer noch ein K\u00fchlehen feucht. Im \u201eHassel&#8221; gabs dann den \u201eWollenhassel&#8221; (Wirtschaft Feldmann), den \u201eKibbenhassel&#8221; (Fris\u00f6r Schorn), den \u201eB\u00e4renhassel&#8221; (Wirtschaft Hausmann) und weiter westlich den \u201eMassenhassel&#8221;. Wie von den Hasselh\u00e4fen stehen auch noch die Geb\u00e4ude von den beiden Stintenberg, w\u00e4hrend das Land bebaut ist.<\/p>\n<p><strong>Il. Die Anf\u00e4nge<\/strong><\/p>\n<p>Weder Stein noch Wort k\u00fcnden heute von den Anf\u00e4ngen der b\u00e4uerlichen Gemeinde Metzkausen. Die jungsteinzeitlichen J\u00e4ger, die Steinmesser und Beile auf den Feldern der jetzigen H\u00f6fe Benthausen und Unten-Metzges verloren, bauten keine H\u00e4user und schrieben keine Briefe. Andere Quellen m\u00fcssen herangezogen werden, um das Werden unseres Siedlungsraumes aufzuzeigen.<\/p>\n<p>a) Flu\u00dfnamen<br \/>\nRhenus fluvius, sagten die R\u00f6mer und \u00fcbernahmen damit f\u00fcr den Vater Rhein einen Namen der Kelten, die hier wohnten, ehe die R\u00f6mer kamen. Der Kanonikus Kessel, der viel \u00fcber Ratingen und Hubbelrath geschrieben hat, will nun auch den Flu\u00dfnamen Anger und den Hofnamen Ellsiepen vom Keltischen ableiten, w\u00e4hrend Dittmaier und andere Forscher diese Bezeichnungen f\u00fcr althochdeutsch halten.<br \/>\nAuch &#8220;Dussel&#8221; (von tosen) und Medema (der mittelste Bach zwischen Dussel und Anger) seien deutsch. Eindeutig aus dem Germanischen sind Schwarz-, Krum- und Has(s)elbach<\/p>\n<p>b) Die Flurnamen<br \/>\nNoch Im Jahre 1075 rauschte ein Wald zwischen fluhr und D\u00fcssel. Das wird in der Urkunde erw\u00e4hnt, die bekundet, da\u00df Kaiser Heinrich IV, seinem Erzieher, dem Bischof Anno, \u201eden Wenaswald&#8221; schenkt. So dick wie dieser um W\u00fclfrath war, wo sich besonders viele Hofnamen auf -holt und -busch finden, scheint er hier auf der zwischensteinzeitlichen D\u00fcne, der \u201e Kibbenheide&#8221;, nicht gewesen zu sein. Haselholz stand darauf, und davon erhielten die Rodungen ihren Namen: Wollenhassel, Kibbenhassel und Massenhasel (It. Steuermatrikel des Amtes Mettmann von ca. 1660 wohnten da Keibe und Mae\u00df [Thomas] am Hassel). An der jetzigen B7, der alten Landstra\u00dfe von Mettmann nach D\u00fcsseldorf, stand Pusch auf der Heide; es entstanden dort die H\u00f6fe Boscher und Buscheid (verballhornisiert Burscheid). Nicht genug der Fh-erungen an den Waldbewuchs der Fr\u00fchzeit: Viele Baumnamen finden wir in den Hofbezeichnungen Metzkausens: Ecke-,hl (Eiche), zur Boek (Buche), Obererdele, (Erle), der Hof an der Kl\u00e4ranlage, und zur Linden. s. o<\/p>\n<p>c) Die Bodenfunde<br \/>\nDer bekannteste Fund aus der vorgeschichtlichen Zeit im Mettmanner Raum ist ja der des Urmenschen im Neandertal, des Ouarzitschabers und des Faustkeils aus der Altsteinzeit. Weniger bekannt ist, da\u00df das Mettmanner Stadtarchiv ein versteinertes Rentiergeweih aus dem Neandertal aufbewahrt und einen Wildpferdzahn, der am L\u00f6nsweg bei Stra\u00dfenarbeiten gefunden wurde. Aus der j\u00fcngsten Steinzeit fanden sich auf den Dusselh\u00e4ngen bei Gruiten Beile und Mikrolithen, bei Untermetzges die oben erw\u00e4hnten Beile und eine Steinkeule mit doppelkonischer Bohrung. Ganz menschenleer scheint also unsere Gegend in diesen vorgeschichtlichen Epochen nicht gewesen zu sein. Da man jedoch weder Gr\u00e4ber noch Siedlungsreste fand, nimmt man an, da\u00df die Funde von streifenden J\u00e4gern stammen. Wenn man die Steinkiste von Kupferdreh allerdings als Gro\u00dfsteingrab deutet, wie H\u00f6ckmann es tut, dann k\u00f6nnte vielleicht von einer Besiedlung gesprochen werden. Auch aus der Bronzezeit sind in unserer Gegend nur Streufunde bekannt.<br \/>\nAus der Kettenzeit erw\u00e4hnt v. Uslar den Fund von \u201eRegenbogenschl\u00fcsselchen&#8221;, d.s. keltische M\u00fcnzen, bei Hubbelrath. Er scheint dabei auf Kessel zur\u00fcckzugehen, der in seiner \u201eGeschichte des Kelda-gaus&#8221; (\u201ehandschriftlich im Stadtarchiv D\u00fcsseldorf) solche M\u00fcnzen mit Bleistift gezeichnet hat. Er gibt sogar an, sie seien in seinem Besitz. Hat nun das Imperium romanum, das bis an den Rhein reichte, bei uns Spuren hinterlassen?<br \/>\nWir wissen doch, da\u00df in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg viel R\u00f6misches aus dem Boden gegraben wurde. lm Bergischen Land ist nicht eine Siedlung gefunden worden, Wohl beweisen die auf-<br \/>\nR\u00f6mischen Hellweg, da\u00df dieser schon den R\u00f6mern als Landstra\u00dfe diente.<\/p>\n<p>d) Wallburgen<br \/>\nMit dem Vordringen der Germanenst\u00e4mme \u00fcber den Rhein nach Westen in das verlockend kultivierte R\u00f6merreich belebt sich der gro\u00dfe Wald im Bergischen Land. Die K\u00e4mpfe zwischen R\u00f6mern und Germanen in der fr\u00fchen geschichtlichen Zeit sind bei Caesar und andern r\u00f6mischen Historikern erw\u00e4hnt; ich will hier nicht darauf eingehen. Aus dieser fr\u00fchgermanischen Wanderzeit scheinen die Wallburgen in unserm Raum zu stammen. Zwar h\u00e4lt sie Kessel allesamt f\u00fcr keltisch. Die Spatenforschung konnte jedoch nachweisen, da\u00df die W\u00e4lle mit Kalkm\u00f6rtel gebaut sind, mit einem Material, das erst in geschichtlicher Zeit verwendet wurde.<br \/>\nWir wollen mit Metzkausen beginnen. Clemens erw\u00e4hnt in seiner Arbeit &#8220;Kunstdenkm\u00e4ler der Rheinprovinz&#8221; eine Wallburg auf der Kibbenheide in der Honschaft Metzkausen. Beim Bau des Kriegerdenkmals seien die W\u00e4lle zerst\u00f6rt worden, die Aufsch\u00fcttungen seien aber noch zu sehen. Kessel berichtet von dieser Wallburg mit denselben Worten.<br \/>\nIn Mettmann liegt die bekanntere Anlage: Auf dem Bergsporn oberhalb des Neandertal-Museums hei\u00dft ein Geh\u00f6ft Alteburg. 1906 wurden bei einer Grabung \u201efr\u00fchkarolingische Scherben&#8221; gefunden. Wall und Tor der Befestigungsanlage lassen sich heute noch schwach erkennen.<br \/>\nFlur der Alteburg bei Werden und dem Pastoratsberg liegen zwei bedeutende Befestigungsanlagen aus der fr\u00fchfr\u00e4nkischen Zeit. Letztere, die j\u00fcngere, diente zum Schutz des Klosters, als die Normannen 884 Kaiserswerth zerst\u00f6rten.<br \/>\nUnd damit kommen wir in die Epoche, in der sich der gro\u00dfe Wald unserer Heimat zu lichten beginnt. Es entstehen Kl\u00f6ster und gro\u00dfe H\u00f6fe.<\/p>\n<p>e) Die Kloster<br \/>\n1) Kaiserswerth. Der fr\u00e4nkische Hausmeier Pipin besa\u00df auf einer Rheininsel, dem Werth, den Herrenhof Rheinhusen. Nach seinem Sieg \u00fcber die Friesen holte Pipin angels\u00e4chsische Missionare ins Land, die den Brukterern &#8211; einem fr\u00e4nkischen Teilstamm &#8211; das Christentum bringen sollten. Einer dieser Angelsachsen war der Bischof Su\u00fcbertus. W\u00e4hrend seiner Missionsarbeit bei den Brukteren wurden diese von heidnischen Sachsen unterworfen, und Suitbertus fl\u00fcchtete zu Pipin. Auf F\u00fcrsprache seiner Frau Plektnidis wies dieser dem Missionar seinen Hof Rhinhusen als Domizil an. Dort verbrachte Suitbertus seine letzten Lebensjahre und gr\u00fcndete ein Kloster, nach seiner Heiligsprechung Suitbertuswerth genannt. Der Name \u00e4nderte sich, da Barbarossa seine Pfalz neben das Kloster baute. Bald wurde dieses zu einem wichtigen Kulturzentrum.<\/p>\n<p>2) Gerresheim. Sehr fr\u00fch hatte der fr\u00e4nkische Herrenhof dippe eine Kirche. Als die m\u00e4nnliche Linie auszusterben drohte, verwandelte der \u201eSelige Gerrich&#8221; um 870 seinen Hof mit Eigenkirche in ein hochadliges Frauenstift, dem dann seine Tochter Regenbergis als \u00c4btissin vorstand. 919 pl\u00fcnderte eine Schar Ungarn das Kloster, die Damen flohen nach K\u00f6ln, konnten aber nach ihrer R\u00fcckkehr die Stiftskirche mit Hilfe des Erzbischofs der aufbauen. Aus erzbisch\u00f6flichem Besitz wurden sie mit dem Hof Hubbelrath und anderen Hilfen der Gegend dotiert.<\/p>\n<p>3) Werden. An der Ruhr entsteht auf dem Landbesitz des Friesen Ludgerus ein drittes Kultur- und Siedlungszentrum: Ludgerus, der Apostel der Sachsen und Bischof von M\u00fcnster, kauft zu eigenem Land von einem vornehmen Franken das Gel\u00e4nde, auf dem das Kloster am Rand des Sachsenlaar, erbaut wird. In einem goldenen Schrein &#8211; ebenso wie Suiin serswerth -ist der Heilige dort beigesetzt. Die Lage von Werden war besonders g\u00fcnstig, da sich an dieser Stelle, d. h. am \u00dcbergang \u00fcber die Ruhr, zwei Stra\u00dfen kreuzten, wie Diamater annimmt, bereits in der Steinzeit benutzte Durchgangswege waren: Der Hellweg (urkundliche Ersterw\u00e4hnung 875) &#8211; aus dem Raume D\u00fcsseldorf nach Essen f\u00fchrend &#8211; um die \u201estrato coloniensis&#8221;. Sie wird in der oben genannten Urkunde Heinrichs IV. 1065 zuerst erw\u00e4hnt als \u00f6stliche Grenze des Wenaswaldes. Aus dem K\u00f6lner Raum kommend, \u00fcberquerte sie bei D\u00fcsseldorf den Rhein und f\u00fchrte an Gerresheim, Mettmann, Bibelskirch vorbei nach Werden. Und damit ist der letzte wichtige Siedlungskern der Fr\u00fchzeit in der Umgebung der Honschaft Metzkausen aufgezeigt: der K\u00f6nigshof Mettmann.<br \/>\nSeine Lage neben dem leicht zu verteidigenden Bergsporn, auf dem heute die Lambertuskirche im rundumbauten Markt steht, macht den K\u00f6nigshof zum strategisch wichtigen Punkt an der strata coloniensis. Der andere K\u00f6nigshof: Rath, und der Wald zwischen beiden waren Reichsbesitz. Noch heute hei\u00dft ja der gro\u00dfe Forst bei K\u00f6ln der K\u00f6nigsforst. Reichsbesitz durfte nicht verkauft werden, so verpf\u00e4ndete Wilhelm von Holland 1248 den Reichshof Mettmann an den Grafen von Berg. Da das Pfand nie wieder eingel\u00f6st wurde, blieb Mettmann im Besitz des Landesherrn.<\/p>\n<p><strong>lll. Der Beginn der Besiedlung und die fr\u00fche Landnahme<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Geschichte der umliegenden Kl\u00f6ster mu\u00dften wir uns deshalb l\u00e4nger befassen, weil die M\u00f6nche ja die ersten Schriftkundigen hier waren, die in ihren Hebeb\u00fcchern die Namen der H\u00f6fe verzeichneten, von denen sie Abgaben erhielten. Aus der Benennung der Siedlungen hat nun Dittmaier A) in einer gr\u00fcndlichen, umfangreichen Arbeit versucht, die Zeit der Ansiedlung und das Herkommen der Siedler zu erkennen.<br \/>\nEr spricht zuerst von den Siedlungen mit der Endung -heim, -Ingen oder -dorf. Diese liegen in der Fr\u00fchzeit in der Rheinniederung und geh\u00f6ren der ersten fr\u00e4nkischen Siedlungsperiode des 6.17. Jahrhunderts an. F\u00fcr unsere Gegend w\u00e4ren das Leichlingen mit dem Personennamen (Pn) Laico, das 969 zuerst erw\u00e4hnt wird, und Ratingen (Pn. Hratan, Ersterw\u00e4hnung = Ew. 800) und die &#8211; heimnamen Gerresheim (Ew. 870) und Golzheim. F\u00fcr etwas j\u00fcnger h\u00e4lt Dittmaier die ohne Pn. gebildeten Siedlungsnamen Schlickum (Slicheim). Feldhof (Veltheim) und Kalkum (Calicheim)<\/p>\n<p>In dieses d\u00fcnnbesiedelte Gebiet drangen &#8211; nicht ganz friedlich, wie Dittmaier meint &#8211; Siedlerscharen ein. die Sippensiedlungen gr\u00fcndeten und sie nach den Namen ihres Anf\u00fchrers nannten: Die Mazzoleute gr\u00fcndeten Mezzinchusen, die Leute des Hariman Herminchusen. Von diesen \u201eGr\u00fcndungsh\u00f6fen&#8221; Metzkausens sagt Dittmaier: \u201eIch betrachte die Inghausennamen aus dem westf\u00e4lischniederdeutschen Flachland kommend und die Siedler, die sie bildeten, als Sachsen oder als dem Sachsenbund geh\u00f6rig.&#8221; Da\u00df der Haustyp von Untenmetzges deutlich das Niedersachsenhaus erkennen l\u00e4\u00dft, unterstreicht die Meinung Dittmaiers. An anderer Stelle seines Werkes stellt Dittmaier Verbindungen her zwischen Inghausenh\u00f6fen, deren Namen mit demselben Konsonanten beginnen. Sie sind durch den germanischen Stabreim verbunden. Sippen gaben ihren Gliedern stabreimende Namen. Wir kennen das am besten aus dem Nibelungenlied, da hei\u00dfen die Burgunderk\u00f6nige G-unter, G-not und G-selher. Der Hofname, der mit Harimzninchuson (Herminghausen) durch den gleichen Anlaut verbunden ist. also vielleicht von einem Mitglied der gleichen Sippe besiedelt wurde, ist Hrodstainingshuson &#8211; R\u00fctzkausen bei dem heutigen W\u00fclfrath.<\/p>\n<p>Zwar war die Landnahme der Inghausenleute nicht ganz friedlich &#8211; vielleicht sind das die Sachsen der 8ruktererk\u00e4mpfe zu Pipins Zeiten &#8211; sie besiedelten jedoch keinen Boden, der schon in anderer Hand war. Eine fr\u00e4nkische Gegenbewegung glaubt Dittmaier aus der Gr\u00fcndung der -hofen, -inghofen-N\u00f6te zu erkennen, deren Gr\u00fcndung etwa in dieselbe Zeit f\u00e4llt. Den beiden Metzkauser Sachsenh\u00f6fen st\u00e4nde dann Frauenhofen gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>In dieser Zeit der fr\u00fchen Landnahme, die vor den K\u00e4mpfen Karls mit den Sachsen abgeschlossen war, hatte also Metzkausen drei Siedlungskerne. Diese H\u00f6fe sind bis ins 17. Jahrhundert hinein It. Steuerliste von 1672 gro\u00dfe, vor allem freiadlige G\u00fcter geblieben. Metzinghusen war 1392 (und davor?) im Besitz der Graten vom Berg.<\/p>\n<p>Dittmaier nennt noch mit Vorsicht einen weiteren Inhausenhof, und zwar Pekhaus. Das k\u00f6nnte aus Pedinghuson (Pn. Pedo) entstanden sein. 1670 war Pekhaus jedoch kein Adelsgut, sondern ein schatzbarer Kotten.<\/p>\n<p><strong>IV. Der innere Ausbau<\/strong><\/p>\n<p>Nach den Sachsen\/Frankenk\u00e4mpfen des B.\/g.Jahrhunderts kamen wohl keine neuen Siedlerscharen in unsern Raum; der innere Ausbau begann. Die Bewohner der bestehenden H\u00f6fe waren so zahlreich geworden, da\u00df der Wald vor der Haust\u00fcr gerodet werden mu\u00dfte, um neues Siedlungsland zu gewinnen. Im 9.\/10. Jahrhundert entstanden die -hausenh\u00f6te, wie bei uns H\u00fclthausen und Kr\u00fclshausen, sp\u00e4ter die H\u00f6fe mit den Endungen -scheid und -berg.<\/p>\n<p>Da\u00df auch ein Hof dieser Epoche bedeutungsvoll werden konnte, beweist Stintenberg. Es war nicht nur im 17. Jahrhundert Adelsgut wie die andern fr\u00fchen Metzkausener Siedlungskerne, es wurde sogar in der Mettmanner Freiheitsurkunde von 1424 als Honschaft Stintenberg erw\u00e4hnt und mit andern H\u00f6fen au\u00dferhalb der Mauer gefreit.<\/p>\n<p>In den folgenden Jahrhunderten entstanden die H\u00f6fe mit den Endungen -haus und -hof. Das sind bei uns: Schobbenhaus (1481 ist Johann Schobbe Sch\u00f6ffe des Landgerichts Mettmann), Armenhaus, Steineshof, Hoshof, Backeshof und H\u00f6flinghof, der Aufspli\u00df in kleinere Kotten folgte dann.<\/p>\n<p>Bis hierhin sind wir dem Versuch Dittmaiers gefolgt, die Siedlungsgeschichte des Bergischen Landes aus den Namen und ihrem Aussagewert abzuleiten. Nat\u00fcrlich liegen f\u00fcr die mittelaltertiche Geschichte Metzkausens auch urkundliche Belege, und zwar in reicher F\u00fclle, vor.<\/p>\n<p><strong>V. Metzkausen in der urkundlichen Oberlieferung<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Urkunde \u00fcber eine k\u00f6ngliche Schenkung beginnt die Geschichte unserer Gegend: Heinrich IV. stiftet 1072 (6 Jahre nach Canossa) f\u00fcr sein und seiner Mutter Seelenheil dem H. Suitbertus L\u00e4ndereien, diese stammen aus den erledigten Lohen seines Ministerialen Guntram. Es sind G\u00fcter in M\u00fcndelheim, Serm, Medemo (Mettmann) und der Hof Sceveno-Scheuen, auf der Wasserscheide zwischen Krambach und Anger.<\/p>\n<p>1090 wird Metzinchusen erstmalig in einer Kaiserswerther Urkunde erw\u00e4hnt Die M\u00f6nche sollen eine Wei\u00dfbrotspende erhalten. Unter den vielen H\u00f6fen, die daf\u00fcr zahlen, ist unser fr\u00fcher Sachsenhof. Es hei\u00df[ dort: &#8230;. in festo omnium sanctorum in Metzinchusen XX ei II den (are).&#8221; Das hei\u00dft, da\u00df der Hof Metzkausen zu Allerheiligen dem Kloster 22 Denare f\u00fcr die Wei\u00dfbrotgabe an die M\u00f6nche zahlen ma\u00df.<\/p>\n<p>Um das Jahr 1218 amtiert die \u00c4btissin Guda in Gerresheim. Sie l\u00e4\u00df[ alle H\u00f6fe registrieren, die dem Stift Abgaben schulden. Aus dem Hof Hubbelrath erh\u00e4lt das Kloster: 5 H\u00fchner, 50 Eier und 2 Ma\u00df Milch; die Abtissin: 5 sol (idi) zu Mai und 3 den (are) zu Lamberti. In der Aufstellung der Guda von Gerresheim sind sehr viele G\u00fcter aufgez\u00e4hlt Uns interessieren jedoch nur solche aus der Nachbarschaft, die uns ein Bild von der Besiedlung unseres Gebietes im 13. Jahrhundert vermitteln. Da sind genannt: Bruchhausen, Schwarzbach, Lintorf, Schelscheid (in Selencede 6 den.), G\u00f6tzenberg, Hasselbeck und .,zur Stra\u00dfen&#8221;. Da\u00df Metzkauser H\u00f6fe in der Mettmanner Freiheitsurkunde von 1424 erw\u00e4hnt sind, berichtete ich schon. Da werden 2 Schillinge 8 pen. der \u201eHOnschaft stentenberge&#8221; genannt und den H\u00f6fen &#8230;Siegen und Born \u201eeine gantze vaste, siede vryheit gegeven&#8221;.<\/p>\n<p>Die Aufsiedlung des Gr\u00fcndungshofs Herminghausen im 15. Jahrhundert ist durch 5 Urkunden belegt.<\/p>\n<p>14.10 gibt ein Beamter des Amtes Mettmann einen Bericht an den Landesherren \u00fcber die Besitzverh\u00e4ltnisse auf Adelsg\u00fctern. Darin hei\u00dft es unter anderem: \u201eItem dat halfve Hermenchusen, dat haent si jaers uitverpacht Henken van Herminchusen vur 6 mld. (Matter) Roggen, 8 mld. Hafer und 1 Ferkel, oder daf\u00fcr 18 sol. brab (ant). Dieses \u201ehalbe Herminghausen&#8221; soll zur Nieden sein.<\/p>\n<p>Die drei Pergamenturkunden, die uns weiter von Herminghausen berichten, befinden sich in Fotokopien im Stadtarchiv Mettmann.<\/p>\n<p>1442 verkauft Johann von IVesseirode Herminghaus an die Nonnen von Gr\u00e4irath, die es gleich an Henken Krumb weiter verpachten (Urkunden 1 u. 2)<\/p>\n<p>Der Richter Kalde beurkundet diesen Kauf. Sicher hat er dem .,Kaldenberg&#8221; seinen Namen gegeben. 1444 wird der Kauf nochmals m\u00fcndlich vor dem Mettmanner Gericht best\u00e4tigt. In dieser Urkunde lesen wir: Die Nonnen verkaufen \u201eyren hoff za Herminchusen by des krumben hove zo Hermench. yme kirspel (Kirchspiel) van Medemo&#8221; Henke Krumm ist also der Gr\u00fcnder von Kraumenhaus.<\/p>\n<p>1446 scheint Herminghaus wieder den Besitzer gewechselt zu haben: Die vierte Pergamenturkunde ist ein Pachtvertrag, mit dem Wctzel von Hermingh. das Gut von Adolph von Rade, dem Vogt von Mettmann, pachtet.<\/p>\n<p>Der zweite Siedlungskern, die Meizges-H\u00f6fe, ist schon van H. J. Hindenberg behandelt worden &#8220;&#8216;). Hier sollen nur noch einige bisher nicht ber\u00fccksichtigte Urkunden erw\u00e4hnt werden. Am 1. 3. 1392 schenken Herzog Wilhelm von Berg und seine Gemahlin Anna der Stiftskirche von D\u00fcsseldorf u. a. den Hof Metzinghusen &#8220;) \u201eAlle diese G\u00fcter und Gef\u00e4lle haben sie aus eigenen M\u00fcteln selbst erworben&#8221;, berichtet der Urkundenbeamte. Also Metzkausen im Besitz des Landesherrn!<\/p>\n<p>1404, also 12 Jahre nach dieser Schenkung an D\u00fcsseldorf, ist der P\u00e4chter von Meizges, Konrad von Messynchuseo, als Sch\u00f6ffe des Mettmanner Landgerichts erw\u00e4hnt. In den Zeiten davor bekleiden dieses Amt 1299 Reynardus de Meyzinchusen. 1314 Adolf de Mezzinchusen. 1459 und 1481 Heinrich zo M. Dieser letztgenannte Sch\u00f6ffe beurkundet dann die Besitzteilung der Br\u00fcder Ouade vom Rade, in der Johann von Quade den Hof Metzges zugesprochen bekommt (1481, Juni 4.).<\/p>\n<p>Die Teilung der Metzkes-H\u00f6fe in Untenmeizkes, Metzkesberg und Obenmetzkes mu\u00df im 16. Jahrhundert erfolgt sein. In der Steuerliste von 1670 ist verzeichnet:<\/p>\n<p>a) Meizges, Schatz- und steuerbares Gut, Besitzer Arndt Schwarzburg<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>M e t z k a u s e n, die Schlafstadt D\u00fcsseldorfs, mit ihren ruhigen Stra\u00dfen und sch\u00f6nen Neubauten, liegt in uraltem Bauernland. 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