{"id":284,"date":"2013-10-08T12:37:56","date_gmt":"2013-10-08T10:37:56","guid":{"rendered":"https:\/\/metzkausen.de\/?page_id=284"},"modified":"2015-10-29T20:56:45","modified_gmt":"2015-10-29T18:56:45","slug":"das-mahnmal-wilhelmshoehe","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/metzkausen.de\/?page_id=284","title":{"rendered":"Das Mahnmal Wilhelmsh\u00f6he"},"content":{"rendered":"<p><strong>Den ausf\u00fchrlichen Bericht mit Bildern k\u00f6nnen Sie hier herunterladen:<\/strong><br \/>\n<a href=\"https:\/\/metzkausen.de\/wp-content\/uploads\/2015\/09\/Das-Mahnmal-Bildhistorie_Format_Titel_low.pdf\" target=\"_new\">Das Mahnmal Bildhistorie<\/a><\/p>\n<div>\n<p>Das Mahnmal Wilhelmsh\u00f6he in Metzkausen \u2013 ein kurzer historischer Bericht.<\/p>\n<p>Von Dr. H. Joachim Herrmann<\/p>\n<p>Am 27.Juni 1871 ver\u00f6ffentlicht der Amtsvorsteher von Hubbelrath, Herr L\u00f6ckenhoff von Gut Steineshaus eine\u00a0 Acta spezialia:\u00a0 betr. Denkmal Wilhelmsh\u00f6he:\u201c Aus der Euphorie \u00fcber den Sieg \u00fcber Frankreich wird die Bev\u00f6lkerung von patriotischen Gef\u00fchlen \u00fcberrollt, die in Denkm\u00e4lern zur Huldigung dieser Gef\u00fchle einen sichtbaren Ort suchen.\u201c Es zeichnen in kurzer Zeit 50 Leute, allen voran Herr L\u00f6ckenhoff, mit Geld und Gartengrundfuhren: so kommen schnell zusammen: 306 Thaler und 32 Fuhren Gartengrund f\u00fcr den H\u00fcgel.<\/p>\n<p>Am 22.7.1871 wird beim Kaiser Antrag auf Umbenennung der Kibbenheide in Wilhelmsh\u00f6he gestellt. Diesem Antrag wird am 3.8.1871 stattgegeben und die Umbenennung im Kreisblatt Nr.64 vom 12.8.1871 ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p>Am 17.7.1872 wurde das Grundst\u00fcck gekauft, auf dem dann nach der Fertigstellung<\/p>\n<p>am 2.9.1872\u00a0 das Denkmal im Rahmen des \u201eSedanfestes\u201c eingeweiht wurde. Es\u00a0 bestand aus einem Obelisken mit zahlreichen Inschriften, auf einem aufgesch\u00fctteten H\u00fcgel errichtet, um- geben von einem Zaun . Die Spitze des Obelisken kr\u00f6nte ein Adler mit aufgespannten Fl\u00fcgeln.<\/p>\n<p>In den 90er-Jahren des ausgehenden 19ten Jhdt. wurden in Mettmann Bem\u00fchungen f\u00fcr ein eigenes Kaiser Wilhelm- und Kriegerdenkmal laut. Hierf\u00fcr wurde ein eigenes Denkmalkomitee gegr\u00fcndet und flei\u00dfig Geld gesammelt. Als man aber den Preis f\u00fcr das Grundst\u00fcck, das man an der Ecke Bahn-\/ Bergstr. kaufen wollte, von der Bahn pr\u00e4sentiert bekam, wurde in einer geheimen Abstimmung des Komitees klar, dass die Mehrheit f\u00fcr ein Denkmal br\u00f6ckelte und der Aktionismus schlie\u00dflich ganz einschlief. Die Kaiserfigur des Denkmals sollte \u00fcbrigens 2,65 m (!)\u00a0 hoch werden.<\/p>\n<p>Am 15.3.1897 gab es anl\u00e4sslich des 100 sten Geburtstages des \u201esiegreichen Kaisers\u201c einen Spendenaufruf f\u00fcr die Finanzierung einer B\u00fcste auf dem Denkmal Wilhelmsh\u00f6he und<\/p>\n<p>ein Jahr sp\u00e4ter wurde der Adler durch\u00a0 eine doppelt lebensgro\u00dfe B\u00fcste des Kaisers Wilhelm I\u00a0 ersetzt. Dieses so gestaltete Denkmal wurde am 11.Juni 1898\u00a0 mit vielen patriotischen Reden und Zeitungssonderberichten eingeweiht. Der Adler verzierte nach dem ersten Weltkrieg nun den Eingang des um 1912 neu gebauten Amtes Hubbelrath in Peckhaus bis in die Anfang 1960er Jahre.<\/p>\n<p>In den Kriegsjahren 1914-18 verfiel das Denkmal. Im Jahr 1921 gab es Initiativen zur Restaurierung, die Arbeiten zogen sich aber wegen der Inflation \u00fcber Jahre hin.<\/p>\n<p>1923 begann man mit der Errichtung der Granitsteinummauerung. Den im Krieg abhanden gekommenen Wilhelm I (Die B\u00fcste wurde in den letzten Wochen des Krieges noch von der Regierung in Berlin beschlagnahmt und eingeschmolzen) ersetzte man durch eine Kugel aus Kalkstein. Am 15.5.1927 wurde das restaurierte Denkmal dann wieder eingeweiht, inzwischen erg\u00e4nzt durch ein Epitaph an der heutigen R\u00fcckseite:\u00a0 hier befinden sich drei Muschelkalkplatten mit den Namen der Gefallenen und Vermissten des ersten Weltkrieges. Mit Hilfe eines kleinen Tricks konnten trotz der Verwitterung s\u00e4mtliche Namen entziffert\u00a0 und mit der offiziellen Liste im Archiv verglichen werden. Im Jahre 2013 wurde zum ehrenden Gedenken diese Namensliste (damit sie auch f\u00fcr jeden lesbar ist) in Form einer Stele vor dem Mahnmal aufgestellt.<\/p>\n<p>Um 1935 hat es an der Wilhelmsh\u00f6he Bestrebungen zu Grundst\u00fccksver\u00e4nderungen gegeben. Man war sich mit der Verwaltung einig, den Zugang zum Denkmal nach Osten zu verlagern und den alten Zugang zum Grundst\u00fcck der Villa B\u00e4renfeld einzugliedern. Es wurde eingemessen, aber die grundbuchliche Eintragung vergessen. In den 1950er Jahren sollte dann das Vers\u00e4umnis nachgeholt werden, allerdings wollte der Nachbar des Denkmals die Vereinbarung gro\u00dfz\u00fcgig erweitern. In diesem Zusammenhang ist auch der Begriff \u201eDenkmalkrieg\u201c entstanden. Nachdem der freie Zugang zum Denkmal in Gefahr war, begehrte nun eine lose Vereinigung von Metzkausener B\u00fcrgern auf und bildete im April 1959 aus dieser Vereinigung von Metzkausener B\u00fcrgern den B\u00fcrgerverein Metzkausen, der sich die Erhaltung des Denkmals und seines Zugangs zur Herzensangelegenheit gemacht hatte und hat. 1960 erfolgte die Eintragung ins Vereinsregister.<\/p>\n<p>Der Hartn\u00e4ckigkeit der Verwaltung und des B\u00fcrgervereins ist es zu verdanken, da\u00df das Denkmal frei zug\u00e4ngig blieb. Der Streit endete vor Gericht mit einem Vergleich, der den Vereinbarungen von 1935 im Wesentlichen entsprach.<\/p>\n<p>Bei den Recherchen zum Denkmalkrieg fanden sich im Stadtarchiv Fotos, auf denen die heutige vordere (\u00f6stliche) St\u00fctzmauer noch nicht zu sehen ist.\u00a0 Ein paar Stufen f\u00fchrten in einem leicht ansteigenden Weg in die Ummauerung des Obelisken.<\/p>\n<p>1963 drohte die s\u00fcd\u00f6stliche Mauer des Denkmals umzust\u00fcrzen. Es wurden umgehend Arbeiten in Angriff genommen, die schlie\u00dflich zum Aufbau der \u00f6stlichen Mauer mit zwei Treppenzug\u00e4ngen zur oberen Ebene f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Am 25.6. 2003 erfolgte die offizielle Eintragung als Mahnmal in das offizielle Denkmalregister des Landes NRW.<\/p>\n<p>Im Jahre 2008 wurde eine erste Restaurierung des Mahnmals durchgef\u00fchrt: der Sockel des Obelisken erneuert, der Obelisk gereinigt. Vor dem Mahnmal wurde eine Stele mit der Geschichte der Wilhelmsh\u00f6he und den Namen der Vermissten und Gefallenen des 2.ten Weltkrieges aufgestellt.<\/p>\n<p>Mit einem gr\u00f6\u00dferen Stiftungsbetrag konnten im Oktober 2012 die Fugen der Umgebungsmauern sowie der Obelisk von Grund auf erneuert, gereinigt und impr\u00e4gniert, und am 9.11.2012 im Beisein der Stiftung, des Landrates und des B\u00fcrgermeisters\u00a0 erneut eingeweiht werden.<\/p>\n<p>Man mu\u00df festhalten, dass mit dem Epitaph f\u00fcr die Gefallenen des ersten Weltkrieges und mit dem Einlassen der Tafel auf der Vorderfront (Text: Den Toten der Kriege und den Opfern von Terror und Gewalt zum Ged\u00e4chtnis der Nachwelt und den Lebenden zur Mahnung) im Jahre 1994 eine Umwidmung des Denkmals stattgefunden hat vom Siegermal mit patriotischem Schwerpunkt zum\u00a0 Mahnmal in stillem Gedenken gegen jede Form von Gewalt, Terror und Krieg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Literatur: Zeitungsberichte der Mettmanner Zeitung, der Rheinischen Post;<br \/>\nFotokopien, deren Herkunft nicht mehr eindeutig zu kl\u00e4ren ist;<br \/>\nDr. Petrus Bockem\u00fchl: Gedenkst\u00e4tte Wilhelmsh\u00f6he , Medamana Mai 2010<br \/>\nLudwig Rasche: Hundert Jahre Kriegerdenkmal am Hassel , Medamana\u00a0 April 1975<br \/>\nEckart Mundt\/Marlies Hackstein: Das Amt Hubbelrath \u2013 Eine historische Studie<br \/>\n1974; Eigene ausgedehnte Recherchen im Stadtarchiv<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Den ausf\u00fchrlichen Bericht mit Bildern k\u00f6nnen Sie hier herunterladen: Das Mahnmal Bildhistorie Das Mahnmal Wilhelmsh\u00f6he in Metzkausen \u2013 ein kurzer historischer Bericht. 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